Letzter Bericht aus Downunder

Meine letzten Tage auf der anderen Seite der Erde sind abgezählt. Heute Sonntag sitze ich bei grellem Sonnenschein, lauem Lüftchen und lockeren 21 Grad in einem Café in Gisborne. Ein ländliches und mit neuen Ansiedlungen verzetteltes Country-«Kaff», das nichts Aufregendes, Spektakuläres oder sogar Historisches aufweist. Jedoch ein Ort mit allem was man braucht. Jeden Nachmittag fahre ich ins Dorf, wenn es auch nur ist, um einen Cappuccino take away zu trinken. Ich suche etwas Abwechslung und Betrieb, um dann zufrieden in die Idylle und Stille der Farm zurückzukehren. Bevor meine Schwester und ich für zwei Wochen nach Neuseeland reisen, will ich zurückblicken auf diese sehr besondere Zeit. Weiterlesen

Louise ist krank

Schlaff hockt sie unter einem Busch, rauchig hört sich ihr Atem an während sie nach Luft schnappt. Der Kamm, einst feuerrot und fest, bammelt dunkel violett herum, ein echtes Alarmzeichen für den Hühnerkenner. Louise ist krank. Sie ist eine hübsche Legehenne, weiss gefiedert mit grau melierten Schmuckfedern rund um die Halskrause und hüpfende, perlenfarbene Schwanzfedern. Louise ist bekannt. Sie hat Charakter und trägt ein paar Erfahrungsjährchen in den Federn. Wie viele Eier sie wohl schon gelegt hat?

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Alles beim Alten – Australien

Ich sitze auf derselben Veranda und trinke denselben frischen Zitronenmelissen Morgentee, wie im Jahr nach meinem sechzigsten Geburtstag, als ich zum letzten Mal hier war. Die australische Sonne versprüht heute, genau wie damals ihre stechende Wärme. Kein Dunst trübt den Himmel. Stille, einzig von einem Flugzeug und Vogelklängen gestört, breitet sich über das weite Land. Satte Weiden nähren die herumwandernden Schafe, gefrässigen Kängurus und Kaninchen. Alles ist so wie es vor fünf, vor zehn oder noch mehr Jahren war.

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