AMRUM – Mein letzter Tag

IMG_4696.jpgDer Wind hat nachgelassen, alles ist ruhig, aber kühl am heutigen letzten Morgen auf Amrum. Wo ist der angesagte Regen, über den seit Tagen alle reden? Ich höre kein Rauschen und Plätschern. Die Insulaner und Hartgesottenen freuen sich mit der Natur auf das langersehnte Nass. Einige Camper hingegen schwanken, ob sie frühzeitig abreisen sollten oder doch ausharren in ihren Zelten. Für mich ist klar. Ich bleibe in meinem kuscheligen, trockenen „Daheim“. Luken dicht, Standheizung an und endlich all das tun, was ich bis anhin verschoben hatte. Viel lesen, viel schreiben, malen und ausgiebig Friesentee trinken. Und dabei dem Tribbeln, Tröpfeln oder Chräbbele auf dem Dach des Busses lauschen. Weiterlesen

ICK WELL ANS MEER – AMRUM

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«Kuck-kuck, kuck-kuck». Jeden Morgen zieht es mich über den Bohlenweg durch die Dünen. Immer ist es anders. Mal paddeln Graugänse mit ihren Jungen, Gössel genannt, über den torfigen Teich, mal sind es Eiderenten und andere Male ist da gar nichts, ausser dem kleinen aufgeweckten Kaninchen. Heute verkündet einzig der Kuckuck seine Anwesenheit. Sein Gefieder ist so schmucklos, dass ich ihn nur mit den Ohren sehen kann. «Wo hast Du denn dein Ei gelegt?» frage ich ihn. Weiterlesen

AMRUM–Eine nächtliche Wattwanderung

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Auf und davon, raus und ganz weit weg. Ich wollte mich durchpusten lassen, einfach ich sein und treiben lassen. Dazu brauch ich nicht mehr als ein VW Camper mit dem bequemsten Bett der Welt unterm Sternen, oder Wolkenhimmel und ganz viel Weite rundherum. Seit zehn Tagen lebe ich in den Dünen auf dem Campingplatz von Amrum. Soll ich erst vom weiten, bewegten Himmel oder doch vom unendlichen Kniepsand erzählen?  Weiterlesen

Gedanken in St. Peter Ording

2. Tag von Hann. Münden an die Nordsee, St. Peter Ording 4./5. Juni 2018

IMG_4279Bild; Abfahrt vor dem Haus in Schaffhausen

Um sechs Uhr verlasse ich heute meinen Schlafort in Hann. Münden. Ich habe herrlich geschlafen und fühle mich fit für die weiteren 400 Kilometer. Die Autobahn von Kassel über Hamburg nach Heide ist leer, sehr angenehm, das Wetter freundlich. Eine easy Reise mit einigen Stopps an Autobahnraststätten. Tatsächlich ist das Angebot zum Teil sehr fein, sogar mit Latte Macchiato, was mein Herz höher schlagen lässt. Hörbücher, Radio und Musik unterhalten mich auf der weiten Fahrt. Weiterlesen

Unterwegs mit VW Bus an die Nordsee

Schaffhausen- Würzburg – Hann. Münde 3. Juni 2018

Ein letzter Sack mit Regenjacke, -schirm und Stiefeln noch. Alles muss rein in den Bus. Nun ist der VW Camper bereit für meine nächsten Abenteuerferien. Erneut habe ich mit einem Freund Haus gegen VW Bus getauscht und plane die Nordsee zu erobern. Während die frühen Sonnenstrahlen zum Abschied meine blütenreichen Beete kitzeln, werfe ich etwas wehmütig einen letzten Blick auf meinen Garten. Heute will ich früh weg – die Reise ist weit. «Und tschüss», whatsappe ich meinen Töchtern mit dem selbsterklärenden Foto in der offenen Autotür stehend und dem entsprechenden Winke-Emoji.

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Elend am Bahnhof Frankfurt

alte OperBei der alten Oper würde ich mich gerne vor historischer Kulisse in die wärmende Abendsonne zum Aperol spritz setzen. Das Restaurant mit weiss gedeckten Tischen wäre genau das Richtige. Aber alles ist besetzt. Weiterlesen

Frankfurt und die Buchmesse

Der Buchmesse wegen reise ich nach Frankfurt. Dass ich dabei eine spannende Stadt entdecke, erhöht mein Vergnügen. Gleich nach der Ankunft zieht es mich vom Bahnhof her der Kaiserstrasse entlang zur Stadtmitte hin.  Vom Rotlicht Milieu zur Shoppingmeile. Ich schlendere im Herbstlicht an historischen Häusern aus der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts vorbei, die sich in der glitzernden, viel gepriesenen Skyline wiederspiegeln.

Verkehrsfreie Alleen und grosszügige Plätze laden Touristen, Bewohner, Geschäftsleute und Familien gleichen teils ein, ihre Zeit hier zu verbringen. Bunt sind die Platanen an der Hauptwache gefärbt. Die Boulevard Cafés sind voll besetzt. Virtuos spielt ein Pianist auf dem rollbaren weissen Flügel, der mit angebauten Lautsprechern die nötige Aufmerksamkeit einfordert. Im zur Kasse umfunktionierten Hut klingen kräftig die Münzen. Klassik am Nachmittag zum Bummeln. Herrlich unbeschwert. Eigentlich wollte ich auf den Main Tower zur tollsten Aussicht fahren, aber die Warteschlange vergraulte mich. Und so begnüge ich mich mit der Terrasse im obersten Stock der Galeria Kaufhof an der Hautwache.

Mein Buchmessetag beginnt mit einem erneuten Spaziergang Weiterlesen

Zwei Fäden aus Dresden 3.-6.04.2017

Nach den erfüllten Tagen in Berlin fahre ich auf meiner Autoreise „Berlin und zurück“ etwas schweren Mutes weiter. 

Der Einzug in die Altstadt von Dresden ist von einem durchzogenen Himmel begleitet, die Prognose deprimierend und so entscheide ich mich eiligst zur Frauenkirche zu gehen, solange die Sonne noch scheint. Auf dem Platz angekommen, crashe ich beinahe in drei senkrecht stehende Busse. Verbeult, von Rost zerfressen und fensterlos stecken sie einer Mauer gleich in einen Betonsockel mit Armierungseisen. Dresden, Berlin, Mauer, kaputt, Trümmer. Kennen wir das nicht? Die Busse berühren. Wie sie dastehen neben der neu errichteten Frauenkirche. Schnell begreife ich, dass es ein Mahnmal ist. Es brennen Kerzen. „Friede“ steht geschrieben. Es ist Montag Nachmittag. Die gereizte Stimmung ist beklemmend, denn es ist der Wochentag der legendären Protestemärsche der Pegida. (unbedingt weiterlesen)

Aleppobusse vor der Frauenkirche

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Eisdielen in Erfurt

Nach einer beschaulichen einstündigen Fahrt erreiche ich Erfurt, die Landeshauptstadt von Thüringen. Es soll eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Deutschlands haben. Liebevoll renovierte Fachwerkhäusern, die wir Riegelhäusern nennen, würdige Patrizierhäuser, einen imposanter Dom, grosszügige Plätze und die Zitadelle Petersburg machen Erfurt zum lohnenswerten Ausflugsort.

Es ist Sonntag und mein Hotel liegt gleich bei der berühmten Krämerbrücke. Es ist die längste mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Auffallend sind die vielen ungewöhnlichen Läden, Künstler und Handwerker, die sich hier einen Traum erfüllen und geschäften. An diesem Nachmittag liegt sie malerisch vom Sonnenlicht bestrahlt dar und erwartet meine fotografischen Attacken. Aber wie soll ich das anstellen, wenn sich davor volle Abfalleimer ins Bild drängen. Was ist da los?

Gleich nach meiner Ankunft begebe ich mich auf Erkundungstour. Eisdielen,
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Crash Kurs in deutscher Geschichte Eisenach – Wartburg

Eisenach empfing mich bei strahlendem Wetter. Ein Städtchen in Thüringen, eine der Lutherstädte und damals DDR Grenzort. Sehr sympathische Stadt mit wunderschönen alten Villen, Häuserzeilen, die zum Teil wieder aufgebaut wurden und prachtvoll dastehen. Ach ja, Eisenach ist auch Geburtsort von Sebastian Bach.

Meinen ersten Besichtigungs „Termin“ führte mich an einen Ort, der seit dem 11. Jahrhundert immer wieder Ausgangspunkt in der deutschen Geschichte war. Fast majestätisch thront die Wartburg über dem thüringischen Eisenach. Sie ist die erste deutsche Burg, die in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen wurde. Tausend Jahre deutscher Geschichte spiegeln sich hier eindrucksvoll wider.

 

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