Grün, die neue Farbe

Vor ein paar Tagen: Nach viel Regen, Blitz und Donnerschlägen mit entsprechend kühlen Temperaturen, scheint die Luft gewaschen. „Die Wassertanks sind voll“, freuen sich alle, was für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich ist. Die zauberhafte Verwandlung der Landschaft ist jedesmal ein Wunder. Wo sich seit meiner Ankunft nur verstörte, gelbe Felder, trauernde Bäume und Blumen gezeigt hatten, hat ein satter, grüner Flaum das Blickfeld überzogen. Herrlich. Und heute dann, der knall-blaue Himmel, wie ich ihn jetzt noch kaum erlebt habe, perfekte Sommertemperatur und ein Gefühl von freudiger Normalität. 

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Ewig Feuer

Collagen aus meinem Skizzenbuch

Ich wollte über die Feuer, die verbrannten Landschaften, die verendenden Tiere und über die Wut der Bevölkerung schreiben. Über den Premier Minister mit seiner Regierung, die Dürre und Feuer nicht mit dem Klimawandel in Zusammenhang bringen wollten. Das war vor Weihnachten. Ich liess es sein. Schliesslich hatte das Volk ihn klar gewählt. Es gibt nichts was nicht schon überall geschrieben und gesagt wäre. Er hat Fehler gemacht, hat weltweit für Kopfschütteln gesorgt, ob seinen Aussagen und Taten. Scott Morrison hat nun Truppen in die notleidenden Gegenden geschickt und Geld für den Aufbau gesprochen. Nun stellt er Hilfe vor Budget. Seine Aussage, dass die Feuer nichts mit Klimawandel zu tun hätten, ist am Bröckeln. Gut so. Es tut sich viel Positives.

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Ein Koala zum Neuen Jahr

(unbedingt Film zuunterst anschauen)

Neujahrs morgen. Ich entfliehe den erschreckenden Nachrichten, den Bildern von Feuer, Rauch und leidenden Tieren. Gebrochene Menschen stehen auf Schutthaufen, die einst ihr Zuhause waren. Ich bin weit genug entfernt von den aktuellen Bränden, um einen Tag auf dem Hausberg nahe Gisborne zu verbringen. Mt Macedon, auf 1000 Metern gelegen, hat ein kühleres Klima, wunderbare Parklandschaften, Eukalyptuswälder und Wanderwege für jeden Geschmack.

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Ein letztes Bild

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Würde ich es in den zwei Tagen noch schaffen?  Ja, es ist fertig. Integriert sind die „Snapseed“ Fotos. Vier A3 Bilder. Meine Stifte, Bilder und Papier sind sortiert und bereit für die Heimreise, das Studio aufgeräumt. Ich freue mich nun auf alles was kommt. Danke für all Eure ermunternden Rückmeldungen.

 

Letzter Bericht aus Downunder

Meine letzten Tage auf der anderen Seite der Erde sind abgezählt. Heute Sonntag sitze ich bei grellem Sonnenschein, lauem Lüftchen und lockeren 21 Grad in einem Café in Gisborne. Ein ländliches und mit neuen Ansiedlungen verzetteltes Country-«Kaff», das nichts Aufregendes, Spektakuläres oder sogar Historisches aufweist. Jedoch ein Ort mit allem was man braucht. Jeden Nachmittag fahre ich ins Dorf, wenn es auch nur ist, um einen Cappuccino take away zu trinken. Ich suche etwas Abwechslung und Betrieb, um dann zufrieden in die Idylle und Stille der Farm zurückzukehren. Bevor meine Schwester und ich für zwei Wochen nach Neuseeland reisen, will ich zurückblicken auf diese sehr besondere Zeit. Weiterlesen

Tennis zwischen Südpol und Wüste

TEnnis.pngDie prophezeite Rekordhitze ist eingetroffen, klagen wir. «The weather as usual» befinden die Australier. Was sich an der Wetterfront täglich hier in Victoria abspielt, will ich Euch heute erklären, aber zuerst warum genau heute. Heute Abend um 19.30 Uhr werden mein Schwiegersohn und ich in der Rod Laver Arena schmachten und bei der Schlacht im Halbfinal zwischen Djokovic gegen Pouille dabei sein. Ihr werdet uns vielleicht zwischen 15’000 Zuschauern entdecken, wie wir irgendwo in den mittleren Reihen dahinschmelzen. Wir wissen nicht, wer gewinnen wird, wir wissen einzig, dass es ein verrückter Wettertag ist. Erst steigt die Temperatur auf 44 Grad und dann so gegen 17 Uhr fällt alles um 15 Grad innert 20 Minuten zusammen. Wir werden leiden, halb verdursten und vielleicht jammern, aber wir werden jede Minute aufsaugen, mitjubeln und glücklich sein, dass wir dabei sind. Weiterlesen

Louise ist krank

Schlaff hockt sie unter einem Busch, rauchig hört sich ihr Atem an während sie nach Luft schnappt. Der Kamm, einst feuerrot und fest, bammelt dunkel violett herum, ein echtes Alarmzeichen für den Hühnerkenner. Louise ist krank. Sie ist eine hübsche Legehenne, weiss gefiedert mit grau melierten Schmuckfedern rund um die Halskrause und hüpfende, perlenfarbene Schwanzfedern. Louise ist bekannt. Sie hat Charakter und trägt ein paar Erfahrungsjährchen in den Federn. Wie viele Eier sie wohl schon gelegt hat?

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Bücher, Pinsel und Fernglas

Die Tasten sind stumm und auf dem Papier tanzen die Pinsel. Statt zu schreiben, male ich mit Leidenschaft. Ich geniesse das Leben mit der Natur. Kaum bin ich mit dem Fernglas den vielen Kakadus hinterher gepirscht, ruft auch schon der knallrote Papagei oder die Elster schimpft lauthals um die Häuserecke. Jedes Lebewesen steht mir Modell. Im Abendlicht den äsenden Kängurus zuzuschauen, lässt mich das Rundherum vergessen. In grossen Sprüngen, abgestützt auf ihren kräftigen Schwänzen, schwingen sie sich samt tiefhängenden Beuteln über die hohen Zäune. Während die Mutter vornüber gebeugt, genüsslich die saftige Luzerne frisst, neigt sich das „Joey“ frech aus dem prallen Beutel und knabbert ebenfalls an den Stängeln. 

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Alles beim Alten – Australien

Ich sitze auf derselben Veranda und trinke denselben frischen Zitronenmelissen Morgentee, wie im Jahr nach meinem sechzigsten Geburtstag, als ich zum letzten Mal hier war. Die australische Sonne versprüht heute, genau wie damals ihre stechende Wärme. Kein Dunst trübt den Himmel. Stille, einzig von einem Flugzeug und Vogelklängen gestört, breitet sich über das weite Land. Satte Weiden nähren die herumwandernden Schafe, gefrässigen Kängurus und Kaninchen. Alles ist so wie es vor fünf, vor zehn oder noch mehr Jahren war.

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