Partir c`est un peu mourir

Lily im Herbstkleid

Es ist Sonntagabend vor meiner Abreise nach Australien. Ich entzünde noch einmal den Gartengrill. Meine romantische Playlist schallt Sommerstimmung ins Mühlental runter. Dazu ein Glas Weisswein und melancholische Gedanken zum kleinen Abschied. «Partir c`est toujours un peu mourir.» Erstmals google ich diesen Lebenssatz meiner längst verstorbenen Mutter und entdecke das dazu gehörende Gedicht. Ich belasse es auf Französisch, denn die Übersetzungen sind es nicht wert. In etwa: Jeder Abschied ist ein wenig sterben, aber die Seele bleibt. Weiterlesen

Tausche Schneeflocken gegen …

a3aef9ac-5360-4cff-9025-3b99a0325419-2.jpg

Liebe Freunde und Followers meines Blogs

In Zukunft werdet Ihr auch „Aktuelles über mich“ erfahren. Ich habe meinen Blog etwas angepasst und bin dran ihn klarer zu strukturieren. Schon nur deshalb, weil ich mich so aufs Schreiben freue in den nächsten Monaten. „Wo gehts denn jetzt hin?“ fragt Ihr Euch. Auflösung folgt mit etwas Geduld.

Fette, schwere Schneeflocken taumeln vom aschgrauen Gewölbe über mir. Ich friere. Seit gestern gehören Wollkappe mit Wuschelpompon und Wickelschal zum Pflicht-Outfit. Kalt und ungemütlich ist es geworden, obwohl mein Gartenherz ja auch echte Dankbarkeit empfindet. „Schnee, du hättest aber auch noch warten können bis nach meiner Abreise.“ Unsere Natur allerdings ist auf wechselnde Jahreszeiten ausgelegt. Der Herbst ist schön und kurz. Aber ehrlich gesagt, fand ich den endlos währenden Sommer einfach wunderbar, belebend, heilend und schlicht himmelhochjauchzend. Er beglückte meine etwas ramponierte Seele. Ich konnte in der Erde buddeln bis an meinen Händen Schwielen wuchsen. Ich schnitt Blumen und Kräuter bis alle Vasen voll waren. Ich genoss die Fülle an Feigen, Mirabellen, Kartoffeln, Erdbeeren, Zitronen und Zucchetti. Alles gedieh im Überfluss.  Weiterlesen

Ein Interview zum Jahresende

Liebe Freunde und Familie
Das ist mein letztes Interview zum Thema „Güterhof im 2017“.
Es ist im Jahresrückblick vom Schaffhauser Fernsehen das erste Interview. Also am Anfang schauen.
Nach den ersten herzlichen und positiven Feedbacks habe ich es nun auch geschaut 🤩 und bin sogar sehr zufrieden damit.
Auf diesem Weg herzliche Grüsse und nur das Beste für diese Festtage.
http://shf.ch/index.php?spezialsendungen

Regennacht

Ich sitze im strömenden Sommerregen unterm Sonnenstoren eingewickelt in eine Wolldecke.  Der Blick ins bewaldete Tal lässt einzig den Kirchturm mit der grossen Uhr hervorstechen. Ansonsten gibt’s Bäume, ein paar Heckenrosen und meine alte Eiche inmitten des neuen Gartens. Der Duft und das Rauschen umhüllen mich, ein zart rosa Licht überspannt den nächtlichen Himmel. Es scheinen besondere Reflexionen der Stadt zu sein, die bis ins Mühlental strahlen. Kirchenglocken verkünden die elfte Stunde. Regen fällt nährend zu Boden. Mein junger Garten säugt ihn auf wie das Neugeborene die Muttermilch. Schmatzend verbreitet er Zufriedenheit, verströmt Wohlgefühl und Zufriedenheit. Mein Garten gibt mir so viel Geborgenheit sogar jetzt im Landregen. Wieder läutet die Kirchuhr. Bald ist Mitternacht und Zeit die Schatten der Nacht zu verlassen. Kaum denke ich an die Bettdecke, schleicht der Fuchs ums Häusereck. Er lebt unterhalb meines Gartens mit seiner Sippschaft und löst nicht nur Freude aus, sondern Ärger über seine penetranten Düfte, seine Schuhklauereien und sonstige Hinterlassenschaften. Jetzt aber freue ich mich über seinen nächtlichen Gruss durch den Regen Vorhang. Und morgen ist ein neuer Tag.

Dankbar

Längst sollte ich im Bett sein. Ich sitze im Garten im vollen Mond am Feuer, nachdem ich einen neuen Beitrag auf meinem UnterwegsBlog veröffentlicht habe. Herzklopfen gefolgt von freudiger Erwartung sind mein jetziger Zustand. Atemlos ist diese aufregende Stunde. Der Genuss ist pur. Kommentare melden sich per Klingelton. Ich freue mich. Es sind treue Leser, die mir schreiben. Und das fühlt sich wunderbar an.

Erste Pflanzen stehen in meinem Garten. Sie sind noch eingetopft und vom abendlichen Winde umgeweht, aber es lässt sich erahnen, dass ein spannendes Umfeld entstehen wird. Als ich das Haus vor einem Jahr übernahm, schien mir die Anlage gepflegt und dem Landhaus angemessen. Der Blick ins bewaldete Mühletal liess einzig den Blick auf die Steigkirche zu, einen Blick jedoch, der wegen deren Ausschliesslichkeit einmalig ist. Morgens mit Sicht auf den Kirchturm im Urwald aufzuwachen, lässt die Fantasie Sprünge machen. Der Garten jedoch war langweilig. Bald merkte ich, dass ich mich nicht wie früher bei den Pflanzen und deren zauberhaftem Wachstum aufhielt, sondern lieber den Blick in die Ferne lenkte. Der Entschluss meine erste Umwandlung des Hauses draussen zu beginnen, überraschte mich daher nicht. Ich will fühlen, riechen, erleben und mit den Jahreszeiten leben. Dazu brauchte es einen einschneidenden Eingriff. Nun sitze ich vor meinem Feuerring im Kerzenlicht, die Turmglocken schlagen zwölf, der Vollmond scheint, die Nachbarn schlafen längst, Katzen schleichen nur solange die Hunde sie nicht verjagen ums Haus, und ich spüre mich genau da wo ich sein will und dies hoffentlich noch sehr lange.

Wieder unterwegs

Es ist nicht so, dass ich nicht mehr unterwegs war, nur halt viel weniger, seit ich wieder im Geschäft voll eingestiegen bin. Ganz nach dem Motto: „Das Leben macht was es am Besten kann, es geht einfach weiter.“ Nachdem meine Tochter vor einem Jahr erkrankt war und von einem Tag auf den nächsten im Güterhof aufhören musste, bin ich in die Geschäftsführung zurück gekehrt. Gesundheit und Motivation vorausgesetzt, erschien es mir das Folgerichtige. Ich habe mich eingerichtet, mein Leben den neuen Begebenheiten angepasst und so gestaltet, dass alles wieder Sinn macht. Ist es nicht das, worum es letztendlich geht. Das Positive aus den Umständen machen. Meine Tochter ist wieder gesund und ich geniesse mein verändertes Leben mit Arbeit, Verantwortung neben wachsenden Enkelsöhnen, neuem Garten, Hunden und Unterwegs sein. Zu beobachten, reflektieren und darüber zu schreiben, sind Dinge, die mir viel Freude, Genugtuung und Lebensqualität geben. Dafür braucht es keine Sprünge über die Ozeane, sondern es reicht sich ein paar Stunden aus dem gewohnten Trott und der bekannten Umgebung zu entfernen und schon öffnen sich Tore zu neuen Gedanken-Räumen.

Ein frisches Feld

Schwarze Wolken überzogen den Himmel. Der Wald schien zu brennen, so dick wirbelte Blütenstaub aus den Bäumen empor. Grell leuchtete das ferne Rapsfeld während im Vordergrund die Wiese in beruhigendem Grün erleuchtete. Sie war eben gemäht worden. Lola und Lily konnten ihr Glück kaum fassen. Sie rammten ihre Nasen in die entblössten Mäuselöcher, rochen, bliesen und besahen sich gemeinsam das Geschehen. Wo war die Maus geblieben? fragten sie, den Kopf in Schieflache haltend und tänzelten mit erhobenem Schwanz herum. Die Maus war längst geflohen.

Das Bild ist mir geblieben. Jeden Tag betrachte ich es als erfrischendes Hintergrundbild am Computer.

Ein frisches Feld