Singapore Buddha Tooth Relic Tempel

Habt Ihr euch auch schon gefragt, wohin unser Orientierungssinn entschwunden ist. Zum Beispiel steht man an einer Kreuzung und möchte zurück zum Hotel gehen. Alles erscheint fremd. Plötzlich fliesst der Singapore River links anstatt rechts, die Hochhäuser stehen südlich dabei sollten sie in nördlicher Richtung liegen. Bin ich nicht dreimal um den Häuserblock gegangen? Oder waren’s doch nur zwei Mal? Früher folgte ich instinktiv meinem inneren Kompass. Ist der Kompass kaputt oder haben sich die Häuser gedreht? Es hat eine Weile gedauert bis ich mir eingestand, dass mich der einst gute Orientierungssinn in den letzten Jahren verlassen hat. So wie der Gehörsinn und meine Sicht, ist ein Teil wohl den Jährchen zum Opfer gefallen. Kann sein, aber viel mehr glaube ich, dass ich verlernt habe, bewusst die Orientierung zu schärfen. Ich wähne mich ja in Sicherheit mit GPS, Google map oder HERE we go (meinem Lieblings-Navigator). Warum soll ich mir Häuserfarben, Strassennamen oder Landmarken einprägen, wenn man mit diesen Geräten jederzeit aus dem Labyrinth findet.

Am Tag zwei starte ich also einfach ins Blaue raus. Weiterlesen

Good morning Singapore

Nach einem angenehmen zwölf Stunden Flug landete ich in der Morgendämmerung auf dem Changi Flughafen in Singapur. Ich fühlte mich übernächtigt, aber glücklich und fantasierte über ein weiches Hotelbett. Mein Zimmer sei noch nicht bereit, meinte die Rezeptionistin. „Ok“, war alles was ich dazu sagte. Auch mein äusserst enttäuschtes Gesicht zauberte kein Bett herbei. So nahm ich vorerst meine Umgebung in Augenschein, bot diese doch einen ziemlich ungewöhnlichen Anblick. Weiterlesen

Partir c`est un peu mourir

Lily im Herbstkleid

Es ist Sonntagabend vor meiner Abreise nach Australien. Ich entzünde noch einmal den Gartengrill. Meine romantische Playlist schallt Sommerstimmung ins Mühlental runter. Dazu ein Glas Weisswein und melancholische Gedanken zum kleinen Abschied. «Partir c`est toujours un peu mourir.» Erstmals google ich diesen Lebenssatz meiner längst verstorbenen Mutter und entdecke das dazu gehörende Gedicht. Ich belasse es auf Französisch, denn die Übersetzungen sind es nicht wert. In etwa: Jeder Abschied ist ein wenig sterben, aber die Seele bleibt. Weiterlesen