Auf der Great Ocean Road nach Melbourne vor Weihnachten

Frühmorgens war ich von Mount Gambier losgefahren, hatte mir den Blue Lake, ein malerisch gelegenen Kratersee angesehen, und gelangte endlich an die Küste. Noch war die Landschaft in Wolken verhangen, die Sonne versteckte sich und alles deutete auf einen eher mittelmässigen Reisetag hin.

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Dennoch freute ich mich endlich auf der berühmten Great Ocean Road unterwegs zu sein. Das einzigartige Naturschauspiel entlang der windgepeitschten Küste selber zu erleben, davon hatte ich lange geträumt. Kurz hinter Warrnambool näherte sich der Princess Highway endlich der Great Ocean Road.

Die Wolken lösten sich auf, der Himmel riss auf und was zuvor in bescheidene Grautöne gehüllt war, trat plötzlich in heller Frabenpracht auf. Spektakuläre Aussichten von ocker-rot Tönen auf blau-türkis Hintergründen stachen heraus. Die Kontraste zwischen Himmel und Felsen, Wasser und Vegetation ergaben zauberhafte, unübertreffbare Bilder, die alle Welt kennt. Diese legendäre Reiseroute zieht viele Touristen an, aber es waren immer wieder Aussichtspunkte, die man zu Fuss besichtigen konnte, so dass sich der Ansturm angenehm verteilte.

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London Arch gehört zu einer ganzen Reihe sehenswerter Felsformationen entlang dieses Abschnitts. Früher hiess sie London Bridge. Der innere Bogen – die Brückenverbindung zum Festland – stürzte jedoch am 15. Januar 1990 unerwartet ein. Zwei Touristen, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auf dem Felsen befanden, mussten mit Helikoptern gerettet werden. Seither heisst der Fels London Arch.

Der Höhepunkt für jeden Fotografen sind die Zwölf Apostel, eine frei stehende Felsformationen, die Wind und Wetter ausgesetzt ist. Die natürliche Erosion führte dazu, dass es heute nur noch acht Felsen sind. Man steht einfach dort und staunt über die Kraft der Natur, die Schönheit der Farben und Formen und möchte es für immer im Herzen tragen.

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Lange verbrachte ich an diesem Ort, stieg zum Strand hinunter und legte mich in den Sand. Es war hochsommerlich heiss. Helikopter kreisten über mir, aber auch Vögel suchten geeignete Aufwinde. Kinder spielten am Strand während erschöpfte Eltern sich ausruhten.

Dort traf ich auf ein Päärchen, das mir von der extrem kurvenreichen Küstenstrasse erzählte. Ich fragte nicht nach und dachte: Engländer eben, die sich an Kurven nicht gewohnt sind. Vielleicht hätte ich doch etwas genauer hinhören sollen, denn kurz darauf verabschiedete sich die Strasse von der Küste und zog sich in steilen Serpentinen den Regenwald hinauf. Kilometer und Stunden vergingen während ich durch dichte Wäldern mit wuchtigen Laubbäumen, Gebüsch und wunderbaren Farnbäumen fuhr. Die kurvenreiche Bergstrasse setzte mir so zu, dass ich, sogar als Fahrerin, wegen beginnender Übelkeit pausieren musste.

In Lorne, einem malerischen Küstenstädtchen übernachtete ich und zog anderntags bereits früh los und genoss die aufsteigende Sonne über der Küste. Surferparadiese wechselten sich ab mit einladenden Badestränden, Feriensiedlungen rüsteten für den Ansturm über Weihnachten. Bald würde ich bei meiner Schwester auf der Farm in Gisborne eintreffen und darauf freute ich mich unendlich. Weihnachten in der Familie.

2 Gedanken zu “Auf der Great Ocean Road nach Melbourne vor Weihnachten

  1. In einer Atempause die erreichten Ziele geniessen.
    In einem Augenblick neue Horizonte erkennen.
    Mit Kraft und Zuversicht ins neue Abenteuer starten.
    Darin erkenne ich die Verena Prager
    Mach‘ weiter so. LG Marcel P.

  2. Liebe Verena, mir gefällt diese Reise in deiner Westentasche und ich geniesse jeden Augenblick, jede neue Begegnung, auch mit den vielen Weihnachtsmännern, jedes neue Misverständnis und zualledem erinnert mich dieser Teil deiner Reise an unseren Maui Aufenthalt, auch hier die windigen Roads an der Küste und die unbeschreibliche Schönheit der Natur…..liebe Grüsse aus Schaffhausen – Brigitte

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